Taoistische Bauchmassage
CHI NEI TSANG

CHI NEI TSANG heisst wörtlich: «Mit der Energie der inneren Organe arbeiten».

Bauch(selbst)berührung ist schon fast eine autonome Handlung.

Am Besten beobachten können wir es bei Babys und Kleinkindern wie positiv die Reaktion auf bewusste und liebevolle Bauchberührung ist.

Durch liebevolle Bauchmassage werden Bauchkrämpfe weniger und die emotionalen Äusserungen beruhigen sich. Das bewährt sich auch vorbeugend, da der Bauch die positive Wirkung schon in seinem Nervengeflecht speichert.

CHI NEI TSANG ist eine exzellente Ergänzung zu jeder anderen Form von Körper- und Energiearbeit.

Der Bauchraum wird in der TCM als Zentrum der Mitte bezeichnet und als Ort  der Verdauung auf allen Ebenen.

Verdauung bezeichnet die Zerkleinerung und anschliessende Aufspaltung der dem Körper zugeführten Nahrung und die Weiterleitung der Nährstoffe ins Blut und von dort in alle Zellen.

Schon der Volksmund sagt uns, dass es nicht nur das Materielle zum Verdauen gibt, sondern auch die Gefühle.

Vom Nervensystem her wissen wir dass 80% der sensorischen Nervenfasern afferent vom Bauch zum Gehirn geleitet werden.

Blockaden im Bauchraum manifestieren sich oft als Symptome und Krankheiten an anderen Stellen des Körpers. Durch diese über Tausende von Jahren entwickelte ganz spezifische Massageform (die auch als Selbstmassage praktizierbar ist) wird der Energiefluss zu allen Bereichen des Körpers angeregt.

In früheren Jahrhunderten war man fast aussschliesslich der Auffassung, die inneren Organe seien von jeglichem Bewusstsein abgeschnitten und somit von jeglicher Fähigkeit zur Wahrnehmung entfernt.

Peter A. Levine: ich stellte fest dass Menschen sich nicht nur ihrer viszeralen Zustände bewusst werden können, sondern dass die gezielte Entwicklung dieser Wahrnehmungsfähigkeit für die Bewältigung verschiedener traumatischer oder anderweitig schwieriger Empfindungen, wie Furcht, Wut, Trauer und Scham sogar unverzichtbar ist.

Levine entdeckte auch dass viele dieser problematischen Affekte aus habituierten muskulären und viszeralen Zuständen resultieren.

Demzufolge muss man, um emotionale Zustände zu verändern, zunächst den ihnen zugrunde liegenden Zustand des ANS sowie die damit verbundenen viszeralen und kinästhetischen Empfindungen modifizieren (Levine)

Das interozeptive Gewahrsein das wir dafür brauchen wird durch inneres Qi Gong und ganz spezifisch Chi Nei Tsang sehr gefördert.

Beim Chi Nei Tsang lernen wir spezifische Griffe die uns helfen die Strukturen des Bauchraums zu identifizieren und bekommen eine bessere Orientierung darüber was sich gerade unter unseren Händen befinden könnte. Mit dieser Orientierung werden die Berührungen noch effizienter und spezifischer. Wir wechseln ab zwischen sehr feinen energetischen und tieferen physischen Griffen.

Jeder einzelne Akt der Berührung bringt Energie ins fliessen. Das Bewusstsein über die Energieanatomie ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.

Nur wenn der Nehmende und der Gebende mit sicherheitsvermittelnden  Ressourcen verbunden ist kann es einen guten Rundfluss geben, so dass es immer ein Geben und Nehmen ist.

Dazu gehört ganz besonders ein Bewusstsein über die Körperhaltung und des eigenen Körpergefühls (Selbstkontakt)

Vor allem bei Symptomen wie Kopf- und Rückenweh, Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden sowie sexuellen Blockaden hat sich CHI NEI TSANG als sehr hilfreich erwiesen. Die Energie, die durch die Bauchmassage freigesetzt wird, steht wieder dem ganzen Körper zur Verfügung und kann sich in Form von Gesundheit und Vitalität ausdrücken.

Die CHI NEI TSANG MASSAGE wird als Einzelsitzung oder auch integriert in andere Prozesse angewendet und als Selbstmassage gelehrt.

Es werden auch immer wieder Kurse zu diesem Thema angeboten. Siehe Kalender

In unserem Bauch verbirgt sich eine Schaltzentrale: Ein Nervensystem, das aufgebaut ist wie das Gehirn in unserem Kopf. Wissenschaftler bezeichnen es als enterisches Nervensystem oder schlicht als Bauchgehirn. Es sorgt für die sprichwörtlichen „Schmetterlinge im Bauch“, wenn wir verliebt sind; es ist beteiligt, wenn uns Sorgen und Stress „auf den Magen schlagen“ und vermutlich auch, wenn wir schlechte Laune bekommen, weil wir zum Beispiel hungrig sind. Dass es zwischen Psyche und Verdauungstrakt eine physiologische Verbindung gibt, daran besteht längst kein Zweifel mehr. In aktuellen Untersuchungen entlocken Wissenschaftler dem Nervensystem in unserem Bauch immer neue Geheimnisse.

Das Bauchgehirn besteht aus etwa 100 bis 200 Millionen Nervenzellen. Dieses Nervengeflecht liegt zwischen den Muskelschichten der Darmwand.

Bauchgehirn und Kopfgehirn „sprechen“ miteinander

über die so genannte Darm-Hirn-Achse. Das Bauchgehirn übermittelt zum Beispiel, ob wir satt sind oder hungrig. Auch Schmerzen und Unregelmäßigkeiten im Verdauungstrakt werden nach oben gemeldet: Sind zum Beispiel Giftstoffe in Magen oder Darm, lösen Gehirn und Bauchgehirn dann Durchfall oder Erbrechen aus. Diese Kommunikation zwischen Bauch und Kopf erleben wir ganz bewusst. Die meisten Informationen fließen jedoch unterschwellig, so dass wir nichts davon mitbekommen. Übrigens hat der Bauch dem Kopf mehr zu sagen als umgekehrt, rund 90% aller Infos gehen von unten nach oben. Vieles davon gelangt über den Vagusnerv in die Hirnregion, die für Emotionen zuständig sind, das sogenannte limbische System. So könnte unser Bauchgehirn auch unser Wohlbefinden beeinflussen – und darüber vielleicht sogar unsere Entscheidungen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass wir Empfindungen des Bauchhirns speichern wie in einer Bibliothek. Steht eine Entscheidung an, sucht das Gehirn nach ähnlichen Situationen und überprüft die Empfindung dazu. Die Entscheidung selbst fällt aber der Kopf.

Unser Bauchgehirn könnte unsere Emotionen beeinflussen

Für die enge Verbindung zwischen Bauchhirn und Kopf spricht auch, dass sie dieselbe Sprache nutzen: Alle Botenstoffe, die im Kopf vorkommen, gibt es auch im Bauchgehirn. Dazu gehören zum Beispiel Dopamin und Amino-Buttersäure. Das bekannteste ist das so genannte Glückshormon Serotonin. Im Kopf beeinflusst Serotonin unser Wohlbefinden, im Darm steuert es zum Beispiel den Rhythmus der Darmtätigkeit, und es reguliert das Immunsystem. Etwa 90 Prozent des Serotonins im Körper werden im Bauch produziert. Zwar kann das Serotonin aus dem Bauch nicht direkt ins Gehirn gelangen, weil es aus dem Blut nicht ins Hirngewebe übertreten kann; aber dennoch könnte es unseren Kopf beeinflussen – durch die Kommunikation zwischen den Gehirnen über die Darm-Hirn-Achse. Letztlich könnte also unser Bauch sogar für Stimmungsschwankungen mitverantwortlich sein. (Geo)

Traumasensitives
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